Studie: Jung, weiblich, Hausfrau
Eine Studie kündet von traditionellen Rollenbildern: Mehr als die Hälfte der jungen Österreicherinnen will zu Hause bleiben, wenn ihr Partner genug verdient, um den Lebensunterhalt für die Familie zu sichern.
Wien/Gr. Mehr als die Hälfte aller Österreicherinnen zwischen 14 und 24 Jahren plant, zumindest bis zum dritten Lebensjahr ihrer Kinder zu Hause zu bleiben. Das ist eines der Ergebnisse der „Jugendmonitor“-Studie, die Wirtschaftsminister Reinhold Mitterlehner (VP) am Montag präsentiert hat.
Die Studie, für die im April und Mai 800 repräsentativ ausgewählte Jugendliche zu ihren Zukunftsperspektiven befragt wurden, kündet von traditionellen Rollenbildern: Während jungen Männern beruflicher Erfolg wichtig ist, steht für Frauen die Familie stärker im Mittelpunkt.
55 Prozent von ihnen wollen lieber zu Hause bleiben und sich um Haushalt und Kinder kümmern, wenn ihr Partner genug verdient, um den Lebensunterhalt für die Familie zu sichern. Umgekehrt wäre nur ein Drittel der Männer bereit dazu, dasselbe zu tun, wenn ihre Partnerin genug verdienen würde.
Kein Wunsch nach Kinderkrippen
Keine Mehrheit gibt es für die außerfamiliäre Betreuung im Baby- und Kleinkindalter: Drei Viertel der Befragten – Mädchen und Burschen gleichermaßen – vertreten die Meinung, dass Kinder bis drei Jahre von den Eltern zu Hause betreut werden sollten. Erst ab drei Jahren sprechen sich 57 Prozent der jungen Österreicher für eine Betreuung im Kindergarten aus.
Generell ist der Wunsch nach Nachwuchs bei jungen Frauen stärker ausgeprägt als bei jungen Männern: Während nur ein Drittel Letzterer sich „auf jeden Fall“ Kinder wünscht, sind es bei den Frauen 55 Prozent der Befragten.
("Die Presse", Print-Ausgabe, 24.05.2011)















