| Kinder können die Welt retten |
Wie Kinder die Welt retten können Damit die Erde auch morgen für sie noch lebenswert ist, brauchen Kinder von klein auf Anleitung zum respektvollen Umgang mit der Natur. Jeder Mensch hinterlässt seine Spur auf dieser Erde und setzt ihr seinen Fußabdruck auf. Solche lassen Eltern gerne von ihrem Baby anfertigen. Als erste Spur des Lebens.
"Der Fußabdruck ist aber auch Symbol dafür, dass wir der Welt zu viel zumuten. 6,5 Milliarden Menschen oder 13 Milliarden Füße laufen Gefahr, die Erde zu zertrampeln", sagt Nina Oezelt, Mitautorin des Buches Ich bin ein Teil der Welt. Der Elternratgeber leitet zum Spurenwechsel an und zeigt, wie man den Trampelpfad verlassen kann, um seinen Kindern einen achtsamen Umgang mit der Umwelt vorzuleben. Wobei von den jeweiligen Experten auf Babybrei und Gummienten genauso eingegangen wird wie auf Energieversorgung, Mobilität, Ernährung, Einkaufen oder Urlauben. Mit vielen praktischen Tipps, die zeigen, wie man ein ökologisches Leben führen kann. InitiativeIm Kapitel Umweltbelastung wird erklärt, warum Kinder wesentlich empfindlicher sind als Erwachsene. "Viele Organsysteme entwickeln sich erst mit den Jahren. Dies betrifft unter anderem das Nerven- und Immunsystem sowie die Atemwege. Deshalb sind Luftschadstoffe eine Bedrohung für Kinder", schreibt der Arzt Hanns Moshammer. "Neben akuten Erkrankungen kann es zu einer verzögerten Lungenreifung oder später zu allergischem Asthma kommen." Bewegung statt AutoAuch wenn der Einzelne wenig gegen die Luftverschmutzung tun könne, sei es möglich, die Abwehrkraft der Kinder zu stärken: Durch vitamin- und ballaststoffreiche Ernährung, ausreichend Bewegung, ein liebevolles und unterstützendes Familienleben, ein gesundes Innenraumklima. Und: Nicht jeder Weg sollte auf vier Rädern bewältigt werden. "Geben Sie der Automobilität die Bedeutung, die ihr zusteht: Leben erleichternde, nicht Leben bestimmende. Lassen Sie Ihrem Kind die Wahl, auf eigenen Beinen durch die Welt zu gehen", rät Experte Hermann Knoflacher. "Gehen mehr Menschen zu Fuß, bleibt mehr Zeit und die Kaufkraft in der Nähe. Dadurch entsteht in der Nähe mehr Vielfalt." Die Grundeinstellung, ein Teil dieses Planeten zu sein, sei heutewichtiger denn je und sollte den Kindern von klein auf mitgegeben werden, meint KURIER-Family-Coach Martina Leibovici-Mühlberger. "Wir sind mit der ganzen Welt vernetzt und leben in einer wechselseitigen Abhängigkeit." Diese abstrakte Materie müsse man Kindern erklären, um verständlich zu machen, dass es bei uns eine Auswirkung hat, wenn der Amazonas abgeholzt werde. "Erwachsene sollten im Umgang mit den natürlichen und beschränkten Ressourcen so weit Vorbilder sein, dass die Kinder ganz selbstverständlich einen ökologischen Lebensstil annehmen und damit auf das Geschehen in der Welt einwirken", sagt Isolde Schönstein, die Herausgeberin des Ratgebers und Leiterin der ARGE Schöpfungsverantwortung. Umstellung und stromfreie SpielstundeIn Zukunft wird ein großes ökologisches Grundbewusstsein unerlässlich sein. Denn die Probleme lassen sich nur noch kooperativ und durch rücksichtsvollen Umgang lösen. "Um den Klimawandel auf dem gerade noch erträglichen Niveau von zwei Grad plus im globalen Durchschnitt einbremsen zu können, müssen wir innerhalb der nächsten 30 Jahre unser komplettes Energiesystem umstellen", erläutert Experte Wolfgang Mehl. Dazu müsse der Verbrauch von Öl, Gas und Kohle auf ein Fünftel der jetzigen Menge reduziert werden. Seine Einspartipps reichen von Spritsparendem Autofahren über Ökostrom, richtig heizen, lüften, Wärmedämmen bis zum Energietanken bei einem Spaziergang oder "stromfreien" Spielstunden. Die Handy GenerationIm Kapitel "Handy-Generation" beschreibt Biologe Michael Eckerstorfer die Gefährdung, die von zu viel moderner Technik ausgehen kann. "Bei Kindern ist wegen des dünneren Schädels das sensible Gehirngewebe schlechter als bei Erwachsenen gegen Handystrahlung abgeschirmt. Das kann Schlafzyklus, Konzentration, Gedächtnisleistung und auch den Kreislauf beeinflussen." Sein Rat: Kein eingeschaltetes Handy im Kinderbett - auch nicht als Wecker. Artikel vom 16.05.2009 13:58 | KURIER ONLINE | Ingrid Edelbacher |