kindercompany PORTFOLIO

In allen Kindergärten der kindercompany wird mit Portfolio-Mappen gearbeitet.

Das Portfolio stellt eine Methode dar, welche die individuelle Art des Lernens sowie die unverwechselbare Entwicklung jedes einzelnen Kindes in Form von Fotos, Texten und Arbeiten dokumentiert.

Das Wort Portfolio setzt sich aus den lateinischen Wörtern „portare“ = tragen und „folium“ = Blatt zusammen. Angewendet wird der Begriff in sehr unterschiedlichen Zusammenhängen, z.B. in der Finanzwirtschaft oder auch bei künstlerischen Arbeiten.

Im elementarpädagogischen Bereich hat das Portfolio in den letzten Jahren als Ergänzung zur strukturierten Entwicklungsbeobachtung stark an Bedeutung gewonnen.

Während sich das Beobachtungsverfahren auf Meilensteine der Entwicklung konzentriert und damit eventuelle Verzögerungen sichtbar macht, richtet das Portfolio seinen Blick auf das WIE und WAS des LERNENS und stellt damit das Kind mit seinen Stärken und Vorlieben in den Mittelpunkt.

Die individuelle Gestaltung jeder einzelnen Mappe spiegelt die Entwicklung und Persönlichkeit jedes Kindes wieder und bietet somit die Möglichkeit einer ganzheitlichen Wahrnehmung des Kindes.

In der kindercompany wird das Portfolio im dialogischen Prozess gemeinsam mit jedem einzelnen Kind gestaltet – keine Mappe und kein Blatt sieht gleich aus!
Ein Portfolioblatt entsteht durch die gezielte Beobachtung der Kinder (vor allem in der Freispielphase), der Dokumentation des Gesehenen in Bild und Wort sowie dem aktiven Gespräch mit dem Kind.

Wichtig ist, dass das Portfolio sich deutlich von einem Erinnerungsalbum aus der Kindergartenzeit mit Fotos von allen Festen und Ausflügen abgrenzt.
Je nach Alter und Entwicklungsstand des Kindes übernimmt dieses selbst die Verantwortung für die Gestaltung seiner Blätter. Begleitet durch die Beobachtung der pädagogischen Fachkraft und die Gespräche über das Erlebte und Gelernte, erfährt jedes Kind eine einzigartige Unterstützung.

Die Geschichten und Aussagen der Kinder zu dem von ihnen gewählten Foto werden wortwörtlich auf dem Portfolioblatt festgehalten und geben so einen guten Einblick in die Gedanken der Kinder und ihre sprachliche Entwicklung. Die verschriftlichten Beobachtungen der Pädagogin / des Pädagogen ergänzt das Blatt. m letzten Kindergartenjahr entfällt möglicherweise dieser Schritt, da die Kinder zu diesem Zeitpunkt bereits kleine Reflexionsprozesse selbst formulieren können.

Das Gestalten und Herstellen eines Portfolioblattes – neben der Offenheit des Kindes dem Prozess gegenüber – eine sensible Begleitung durch die Pädagogin / den Pädagogen sowie zeitliche Ressourcen.

Jedes Kind entscheidet selbst über seine Mappe: Was hinein kommt oder herausgenommen wird, aber auch, wer Einblick nehmen darf.

Mit dem Eintritt in die kindercompany erhält jedes Kind eine Portfoliomappe. Die Eltern sind eingeladen, das erste Blatt für ihr Kind zu gestalten und dieses am Beginn der Eingewöhnung gemeinsam abzulegen (Genaueres hierzu erhalten Sie beim Informationsgespräch zur Eingewöhnung von der Kindergartenleitung).
In weiterer Folge stellen wir den Kindern buntes Papier und Dekorationsmaterial zur Gestaltung der Blätter zur Verfügung – von der pädagogischen Fachkraft ausgewählt je nach Interesse und Können der Kinder.

Damit die Kinder Erlebtes direkt zu Papier bringen können, druckt der Kindergarten die Fotos in Farbe aus. Die Entscheidung, dieses in eine Mappe einzuordnen, liegt jedoch beim Kind. Filzstifte, Buntstifte, Kleber sind weitere Utensilien für die Gestaltung der Blätter. Jedes gestaltete Portfolioblatt wird in einer Klarsichtfolie in der Mappe abgelegt.

Beschädigte Mappen werden laufend ausgetauscht, damit die Kinder immer eine ordentliche Portfoliomappe ihr Eigen nennen können.

Gerne laden wir Sie ein, sich die Portfoliomappe nach Rücksprache mit Ihrem Kind anzusehen. Sollten Sie sie für die Schuleinschreibung Ihres Kindes benötigen, können Sie sich die Mappe hierfür gerne ausborgen.

Für weitere Rückfragen zum Portfolio steht Ihnen gerne die Pädagogin / der Pädagoge Ihres Kindes oder die Kindergartenleitung zur Verfügung.

Literaturnachweis:
Dialogisches Portfolio, Marion Lepold und Theresa Lill, Herder Verlag
Das Portfolio-Konzept für die Krippe, Verlag an der Ruhr, 2008
So gelingen Portfolios in der Krippe, Verlag an der Ruhr, 2009
Das Portfoliokonzept für Kita und Kindergarten, Verlag an der Ruhr, 2007
Bildung sichtbar machen, Von der Dokumentation zum Bilderbuch, Verlag das Netz 2008
Portfolios in der Krippe, Yvonne Wagner (Hrsg.), Bildungsverlag Eins, 2010
Portfolioarbeit mit Kinder von 1 – 6 Jahren, BUK, 2012, Angelika Hüskes/ Doro Leemann
Bildungs- und Lerngeschichten, Bildungsprozesse in früher Kindheit beobachten, dokumentieren und unterstützen, Verlag das Netz 2007
Das Portfolio im Kindergarten – Ein Entwicklungstagebuch, geführt vom Kind und seinen Bildungsbegleitern, Verlag das Netz, 2008
Portfolios im Kindergarten – Das schwedische Modell, Verlag an der Ruhr, 2007

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